Was wäre wenn du einfach deinen Hund und das Auto schnappst, deine Sachen packst und ans Meer fährst? Für immer? Was wäre wenn du barfuß am Strand spazieren gehst und dein treuer Begleiter durch die Wellen springt während du deine Freudentränen nicht zurückhalten kannst? Was wäre, wenn es so einfach wäre?
Doch was ist, wenn es wirklich so einfach ist? Ich habe mich dazu entschieden mit meinen 23 Jahren noch kein Haus zu bauen, keine Familie zu gründen und keinen Job mehr zu machen, der mir nur eine Frage übrig lässt? War’s das jetzt?
Ich würde mich nicht als Menschen bezeichnen, der die Gesellschaft ablehnt, aber ich hinterfrage sie. Ich bin gerne verträumt und verrückt. Das Abenteuer ist mein Hobby und so ist es einfach meine Bestimmung meinen Hund zu schnappen und in die weite Welt hinaus zu wandern oder nicht?
Ich hatte diese Träume und ich habe beschlossen sie wahr werden zu lassen und auf andere Dinge zu verzichten. Meinen innersten Wünschen mehr Bedeutung zu geben. Gepaart mit meinem großen Wissensdurst und dem Willen neue Dinge zu wagen, also absolut tolle Voraussetzungen.
Das Schwierigste ist es, eine Entscheidung zu fällen
Also kündigte ich meinen Job, baute mit einfachsten Mitteln ein Bett in mein Auto und los ging die Reise, die nicht nur mich zu einem bewussteren Mensch machte, sondern mir auch ermöglichte meinen Hund auf komplett andere Weise wahrzunehmen.
Dabei war das der schwerste Teil, bei dem ich mich für mein neues Leben entscheiden musste. Und diese Entscheidung fiel mir wiederum so verdammt leicht. Inspiriert durch andere Reisende wusste ich: Das willst du auch!

Mit meinem altdeutschem Hütehund Samir (5), der mich von Welpenbeinen an begleitet, fuhr ich nach Irland, suchte mir eine Wohnung und einen Job. Innerhalb kurzer Zeit integrierte ich mich in das irische Alltagsleben und erlebte so verrückte Dinge, wie ich sie in den letzten 23 Jahren nicht erlebte.
Da ich Vollwaise bin, fühle ich mich keiner anderen Person mehr da draußen gegenüber verantwortlich. Keine Eltern zu haben kann ein Fluch und ein Segen sein. Sie sind in vielen Momenten in meinem Leben nicht für mich da gewesen. Aufgewachsen bin ich im Heim und in einer Pflegefamilie, die ihre Worte gerne mit negativen Taten unterstützen. Aber genau diese Menschen haben mir ein Geschenk gemacht. Sie haben mir dadurch gezeigt, wie wichtig es ist, auf sich und sein Innerstes zu achten und es zu hüten.
Meiner Stimme eine Bedeutung geben
Bevor ich diesen Entschluss gefasst habe, war ich nebenberuflich als Fotografin und Coach durch ganz Deutschland unterwegs. Schnell erreichte ich eine recht große Anzahl an Followern. Heute nutze ich diese Reichweite auf Facebook und Instagram, um anderen Menschen zu zeigen, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt.
Ein Leben, das nicht immer nur Familie, Haus und Kinder bedeutet. Jeder einzelne Mensch da draußen hast das Recht, sein Leben so zu leben, wie er es möchte. Ich bin für mehr Aufgeschlossenheit gegenüber allen Arten von Lebensgemeinschaften und Lebensweisen.
Das alles ist mehr als nur eine Reise mit Hund für mich. Es ist die Möglichkeit andere zu inspirieren, nicht zu resignieren, sondern zu handeln. Denn es ist nie zu spät, etwas zu ändern.
Ein Hund auf Reisen bedeutet Verantwortung zu übernehmen
Für mich war immer wichtig meinen Hund Samir nicht als meinen Besitz, sondern als meinen Begleiter zu sehen. Er bedeutet für mich Freiheit und Familie. Ankommen und loslassen. Ich trage für ihn Verantwortung und er gibt mir die Sicherheit, die ich brauche, um mich wohl zu fühlen.
Immer wieder treffe ich Entscheidungen und das für zwei Lebewesen.

Da mein Hund ein Jäger ist, kann ein Spaziergang oft unbequem für uns sein, aber nicht unmöglich. In Irland zum Beispiel laufen die Schafe meistens komplett frei herum.
Ich habe schnell gelernt mit einer Schleppleine umzugehen, oder ganz auf diesen Weg zu verzichten. Wobei es sich in keiner Sekunde wie Verzicht anfühlt. Es ist eben eine Entscheidung, die keine weiteren Gedanken mehr bedarf.
Doch wie setze ich meine Träume in Taten um? Was treibt mich an und wie schaffe ich es den Kopf oben zu halten? Wo fange ich an? Das und viele weitere Fragen stellen mir einige meiner Leser täglich auf den Social Media Plattformen.
Es gibt keinen Masterplan!
Den Masterplan für deine Reise mit Hund gibt es nicht, da muss ich dich einfach enttäuschen. Wichtig ist es, dass du weißt was du möchtest und welche Ziele deinen Weg beeinflussen. Möchtest du auf Weltreise gehen? Eine Reise für nur ein paar Monate oder komplett auswandern?
Wir alle haben doch schon einmal davon geträumt freier und unabhängiger zu sein.
Nicht für jeden ist dies so einfach möglich, aber jeder kann Entscheidungen treffen, die in diese Richtung gehen. Nichts kommt von alleine auf dich zu, du musst schon dafür arbeiten und kämpfen. Je mehr Wille hinter deinen Entscheidungen steht, desto leichter wird es dir fallen, deine Träume zu verwirklichen.
Die völlige Freiheit erleben ist nicht unmöglich!
Auf Reisen gehen um einen Break zu machen, Dinge zu hinterfragen und über das Leben nachzudenken kann manchmal eine echte Befreiung sein.
Wenn du dich in deinem alten Leben nicht frei gefühlt hast, wirst du es in deinem neuen Leben auch nicht unbedingt.
Nur weil das Gras in einem anderen Land grüner ist, die Menschen freundlicher sind, stehst du nicht morgens auf und hast alles vergessen, was dich davor immer belastet hat. Ich habe viel über diese so sehr gewünschte Freiheit und Unabhängigkeit nachgedacht und habe festgestellt, dass ich durch Samir abhängiger wurde und die vielen neuen Eindrücke mich meist auch nicht freier gemacht haben.
Aber eines habe ich durch den täglichen Kontakt mit neuen Menschen und dem Social Network gelernt. Freiheit bedeutet nicht, von anderen nicht mehr eingeengt zu sein.
Ich habe angefangen mich selbst genauso zu akzeptieren, wie ich bin, aufgehört darüber nachzudenken, was andere von mir erwarten.
Ich frage andere nicht um Rat, wenn es um einen tiefen Wunsch geht. Ich folge meinem Herzen und bleibe spontan in meinen Entscheidungen. Die höchste Form der Freiheit habe ich erreicht, als es mir völlig egal wurde, was andere von meinem Lebensstil halten könnten.

Ein Ziel kann Leben verändern
Wichtig für mich selbst war immer ein Ziel zu haben. Etwas, was mich antreibt, mir die Kraft gibt bei Niederlagen aufzustehen und weiter nach vorne zu schauen. Welch gewaltige Macht ein Ziel haben kann, merke ich jeden Tag. Reisen ist nicht immer leicht.
Mit Hund schon gar nicht.
Aber dann liege ich im Bett meines Autos, habe das Meer direkt vor mir und den warmen Körper von Samir an meiner Seite. Vor meinen inneren Auge sehe ich uns durch Europa reisen bis nach Indien. Diese Bilder lassen die Augen öffnen, die Brust straffen und ein Lächeln schleicht sich über mein Gesicht.
Das ist unser Ziel, unsere Geschichte und sie hat noch lange kein Ende gefunden, sondern fängt gerade erst an! Begleite mich und meine Geschichten hier bei urban.dog!