Hund, Katz und Elefant im Zirkus: Der Berliner Tierschutz hat das erste Mal eine feste Adresse im Senat. Mit Diana Plange ist eine Tierärztin im Amt, die auf Kommunikation mit den Bürgern setzt.
Berlin – Zirkustiere, streunende Katzen und das Hundegesetz – Berlins erste hauptamtliche Tierschutzbeauftragte Diana Plange hat rund 50 Themen auf dem Programm. Die 61-Jährige ist am Montag ins neu geschaffene Amt gestartet, das bei der Justiz- und Verbraucherschutzverwaltung angesiedelt ist. „Ich habe das Gefühl, dass in Berlin Tierschutz gewollt ist“, sagte Plange am Mittwoch.
Mit der hauptamtlichen Stelle solle ein Ansprechpartner für Tierschutzorganisationen und Bürger geschaffen werden, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). Plange, die vorher beim Veterinäramt Spandau für den Tierschutz zuständig war, folgt auf Horst Spielmann, der seit Ende 2012 ehrenamtlicher Tierschutz-Vertreter war.
Diana Plange war Tierärztin
Bis 2002 war Plange praktizierende Tierärztin. Ihren Berufswunsch fasste sie, als sie als Fünfjährige einen angefahrenen Hund von der Straße rettete. Plange soll auch eine beratende Funktion für alle Berliner Bezirke haben sowie für die Öffentlichkeitsarbeit in Tierschutzfragen zuständig sein.
„Die Ernennung ist ein guter Tag für die Berliner Tiere“, sagte Behrendt. Alle zwei Jahre soll Plange dem Berliner Abgeordnetenhaus einen Bericht über den Tierschutz in Berlin vorlegen. Neben Plange soll auch ein Tierschutzbeirat gebildet werden.
„Ich bin ein pragmatischer Mensch“
Diana Plange für Tierschutz im Schulunterricht
Plange setzt bei ihren Aufgaben vor allem auf die Zusammenarbeit mit Berlins Bürgern. Ein wichtiges Instrument, dass sie gleich zu Beginn in Angriff nehmen wolle, sei das Tierschutzforum. Interessierte Bürger können hier Probleme vortragen und sich informieren. Die 61-Jährige will das Forum reformieren. So sollen sich Nutzer zu Gruppen zusammenschließen können und gemeinsam Lösungen entwickeln. Diese sollen dann dem neuen Tierschutzbeirat vorgelegt werden. „Ich bin ein pragmatischer Mensch“, sagte Plange.
Tierschutz im Schulunterricht ist auch ein Thema für sie. Die Beschäftigung mit Tieren im Kindesalter führe dazu, dass später weniger aggressives Verhalten Tieren gegenüber gezeigt werde, so Plange. Sie strebt auch eine Lösung für Zirkustiere an – nicht nur die Exoten. „Durch die Fokussierung auf die Wildtiere fallen die anderen Tiere in den Zirkussen oft hinten runter“, sagte Plange.
Kastrationszwang für Katzen
Für Tauben will die Tierschutzbeauftragte ein Konzept für ganz Berlin entwickeln. Auf dem Programm bleibt auch die geplante Katzenschutzverordnung. „Es wird sehr unterschätzt, wie wahnsinnig sich diese Tiere vermehren“, sagte Plange. Wie ein angedachter Kastrationszwang für Katzen durchgesetzt werden könnte werde im Moment diskutiert.
Von heute auf morgen werde sie nicht alles ändern können, betonte Plange. Die neue Stelle sei „ein Prozess, bei dem ich die Bürger auch auffordere, mich zu unterstützen.“ Ein aktuelles Thema – tote Hunde und Wildtiere am Tegeler See – gehöre jedoch nicht primär zu ihren Aufgaben. Dafür seien die Behörden im Bezirk zuständig.